|

Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert war Omis ein gefährlicher Ort für vorbeifahrende Schiffe, denn die Stadt wurde von Piraten beherrscht, die mehr als zwei …

Den vollständigen Artikel lesen »
Dalmatien

Hier finden Sie Reiseinformation zu den tollsten Urlaubsorten in Dalmatien

Strände in Kroatien

Die besten Strände in Kroatien, egal ob Sandstrand oder Kiesstrand

Istrien

Pula, Porec, Rovinj Reiseinformation zu den tollsten Urlaubsorten in Istrien

Insel

Kroatien hat mehr als 1200 Inseln, hier können Sie die kennenlernen

Geld Sparen

Tipps zum Geld Sparen, und andere guten Sachen für die Geldbörse

Home » Guide, Oliven

Olivenöl in Kroatien

Eingereicht

OlivenölHomer, ja richtig, Homer, dieser Mann, der die Ilias und die Odyssee schrieb, nannte es „flüssiges Gold„. Die Spartaner verwendeten es, um sich damit am ganzen Körper einzureiben und so besser auszusehen. Sie fühlten sich dann stärker, begehrenswerter und glaubten, so das erotische Etwas zu haben –  als wäre das tägliche  Stemmen von 400 Kilo Gewichten am örtlichen Gymnasium nicht schon genug. Das Wort „Öl“ leitet sich vom Stamm dieses phänomenalen Baumes, der Olive, ab. Können Sie sich den Druck vorstellen, unter dem dieses Holz gewachsen ist? Die Olive lebt eine ganze Ewigkeit lang, das hat ihr diesen Ruf verliehen. Ein perfektes Wunder der Natur ist nicht nur der herrliche Baum selbst, sondern er produziert eine ganze Menge von gesundheitlich außerordentlich wertvollen Dingen. Ihnen wird der Kopf schwirren, nachdem Sie hier erfahren haben, was dieser Baum für eine reiche Geschichte aufzuweisen hat und auch wenn Sie voller Unglauben lesen, welche Kräfte in seinen Früchten und dem daraus gewonnenen Öl stecken. Und das Schönste: Es kommt aus Kroatien, dem Land, in dem diese Magie entsteht.

Oliven & Geschichte

Natürlich werde ich über Olivenöl sprechen. Doch bevor wir tief in die Geschichte dieses Öles eintauchen, werfen wir noch einen Blick auf den Baum und seine Früchte. Es scheint so, als sei der Ölbaum nicht von dieser Welt, jedenfalls wenn man seine Widerstandsfähigkeit betrachtet. Und fast wundert es, dass er bis in unsere Zeit hinein nicht schon alle Wälder verdrängt hat. Seine Ursprünge reichen zurück bis weit vor Christi Geburt. Die Meinungen darüber, woher genau er kommt, sind genauso verschieden wie die Völker, die diesen Baum nutzten und pflegten. Einige sagen, er komme aus Afrika, andere sagen, er komme aus Griechenland und wieder andere sind der Meinung, dass sich das Leben in Kleinasien entwickelt hat und von dort auch der Olivenbaum stamme. Ich persönlich bin der Meinung, dass er aus Afrika kommt und dort auch der Geburtsort des Olivenöls ist, denn dort hat alles angefangen. Vom warmen Norden Afrikas aus breitete er sich nach Israel, Syrien, Kleinasien, Griechenland und Mazedonien aus und kam über das Mittelmeer nach Kreta und – natürlich – auch nach Kroatien. Sucht man nach einem Grund, warum er ausgerechnet die Region rund um das Mittelmeer besiedelt hat, so kommt man zu dem Ergebnis, dass es einzig und allein das Klima ist, denn hier ist es einfach ideal für den Anbau von Olivenbäumen.

Diesen Baum umgibt aber auch eine religiöse und mystische Aura. Olivenbäume waren immer schon ein Symbol des Überflusses, des Ruhmes und des Friedens. Aus ihren Zweigen wurden in alter Zeit Kränze gewunden, um damit die Sieger sowohl der blutigen Spiele als auch der sportlichen Wettkämpfe zu ehren. Bei den Spielen der Antike nährte ihr Holz das Olympische Feuer. Apropos Feuer!

Es gibt eine interessante Tatsache: Forscher haben vor kurzem entdeckt, dass man aus den Rückständen, die bei der Gewinnung von Olivenöl anfallen, durch Verbrennung  2,5 mal mehr Energie gewinnen kann als durch das Verbrennen von anderem Holz. Können Sie sich das vorstellen? Ich finde es wundervoll, dass man aus Abfall, also Müll, noch etwas so Sinnvolles machen kann. Und das würde auch in Kroatien funktionieren, denn diese verrückten Kroaten werfen ja nie etwas weg. Wie auch immer, die Innovation selbst kam aus den USA, und das wohl vor allem deshalb, weil sie das Land sind, das ein Patent auf dieses Verfahren zur Müllverbrennung besitzt.

stara maslina

Wie Sie sehen, verwendet der Mensch die Olive schon seit sehr langer Zeit. Selbst im Grab von Tutanchamun wurden Blätter und Zweige der Olive gefunden, auch ein Beweis dafür, dass man sie für unvergänglich gehalten hat. Und auf ihren medizinischen Wert bin ich hier noch gar nicht eingegangen.

Oliven besitzen auch einen wichtigen Stellenwert in den großen religiösen Bewegungen wie Christentum, Islam und Judentum. Wissenschaftler, Forscher und Agrarfachleute sind zwar unterschiedlicher Meinung, was das genaue Alter der ersten Olivenbäume anbelangt, und werfen mit Zahlen um sich, als handele es sich um einem Börsencrash. Aber eigentlich ist es genau so, wie mit den Dinosauriern – da wir nicht dabei gewesen sind, können wir nur Vermutungen darüber anstellen, wie es wirklich gewesen ist. Aber noch immer gibt es einige, die die Ergebnisse der Forschung ignorieren und die  Meinung vertreten, dass es heute noch Olivenbäume gibt, die auf die Zeit von 7000 Jahren v.Chr. datiert werden können – lebende Olivenbäume, versteht sich. Doch selbstverständlich gibt es wissenschaftliche Methoden, mit denen es möglich ist, recht genau das Alter eines Olivenbaumes zu bestimmen.

Die Möglichkeit, das Alter eines Baumes wissenschaftlich exakt zu bestimmen hat dazu geführt, dass sich Kroatien rühmen kann, einen 1600 Jahre alten Olivenbaum zu besitzen, also zur Zeit der Römer gepflanzt worden ist. Der Baum steht auf der Insel Brijuni, einem Paradies für Baumriesen.

Dieser besondere Olivenbaum ist der Beweis dafür, wie  widerstandsfähig ein Olivenbaum eigentlich ist und auch dafür, wie nutzlos ein Abschluss der Universität für Landwirtschaft sein kann. Vor 30 Jahren schlug ein Blitz in diesen Baum ein und halbierte seinen Stamm. Die Einheimischen beauftragten einen “Experten” damit, den Baum vor dem sicheren Tod zu retten. Dieser entschied, eine damals durchaus übliche Methode anzuwenden, und zwar die, ihn mit Beton auszugießen, wo er in zwei Hälften zerbrochen war. Zwar überlebte der Baum, doch nicht wegen dieser Behandlung, sondern allein durch seine unglaubliche Widerstandsfähigkeit. Vor etwa 3 Jahren begann sich der Zustand des Olivenbaums von innen her sehr zu verschlechtern, was durch den Beton verursacht wurde, mit dem er ausgegossen war. Glücklicherweise konnte das Problem durch einen Umweltschützer gelöst werden. Heute lädt man Studenten der Landwirtschaft zum arbeiten auf die Insel ein; sie studieren auch die alten Olivenbäume und sammeln ihre Früchte.

Die Brijuni-Inseln, insbesondere die Insel Veliki Brijun, waren in alter Zeit auch wichtige Produktionsorte von Olivenöl, denn verborgen in den römischen Ruinen hat man steinerne Pressen zur Gewinnung von Olivenöl gefunden. Die Teile der Anlage waren so gut erhalten, dass man heute noch erkennen kann, auf welche Weise damals das Öl aus den Früchten des Olivenbaumes gewonnen wurde, auch wenn man den einzelnen Fundstücken nicht mehr ihre genaue Funktion zuordnen kann.

95% des weltweit produzierten Olivenöls kommen aus dem Mittelmeerraum. Auch Kroatien gehört zu diesen Produzenten, selbst wenn das meiste Olivenöl aus  Spanien, Italien und Griechenland kommt, die sich auf dem Weltmarkt allein schon wegen ihrer Jahrhunderte alten Tradition behaupten können. Doch besitzt Kroatien, noch ein kleines Geheimnis, welches es bisher für sich behalten hat. Laut den Gesetzen der EU, darf sich z.B. schon ein Olivenöl, das nur einen Anteil von 0,2 % italienisches Olivenöl hat, bereits italienisches Olivenöl nennen. Doch Kroatien möchte die Menschen, die in diesem Land leben, nicht betrügen. Und so ist es richtig, dass wir 100 % unser eigenes natives Olivenöl produzieren. Es ist im wahrsten Sinne jungfräulich und verliert erst seine Unschuld, nachdem Sie es probiert haben.

Anbau:

Wie ich bereits erwähnte, ist der Olivenbaum extrem robust und kann in seinem oft Jahrhunderte dauernden Leben viele Katastrophen überleben. Das breite und tiefe Wurzelsystem erlaubt dem Baum, auch ohne künstliche Bewässerung extreme Trockenheit zu überdauern. Erwiesen ist, dass die ideale Lage für Olivenbäume sich in der Nähe des Meeres befindet, dort wo andere Pflanzen Schwierigkeiten haben, denn die Böden und auch das Grundwasser sind hier oft versalzen. Ob Sie es glauben oder nicht, gerade diese harten Bedingungen garantieren den Olivenbäumen eine bessere Überlebenschance und ihren Besitzern einen höheren Ertrag.

Heute gibt es tausende von Produzenten von Olivenöl weltweit, von denen sich der größte Teil im Mittelmeerraum finden lässt. Die „anderen“ verteilen sich auf Kalifornien, Südafrika und Australien, also Länder mit einem ähnlichen Klima, wie das am Mittelmeer. Auch in Kroatien boomt die Produktion von Olivenöl, denn sie hat in diesem kleinen Land mit seinen gerade einmal 4,5 Millionen Bewohnern eine lange Tradition. Jeder, der Olivenbäume besitzt, möchte hier ein guter Olivenbauer sein und der Wettbewerb ist hart. Man zerquetscht im Oktober die reifen Früchte zwischen den Fingern, um den perfekten Zeitpunkt für die Ernte zu finden und so Öl mit bester Qualität zu erzeugen. Es ist schon ein verrücktes Geschäft mit dem Olivenöl in Kroatien geworden. Ich erinnere mich an letztes Jahr, als wir mit Hilfe der Gauss-Kurve den besten Zeitraum berechneten, an dem die Oliven geerntet werden mussten um maximale Qualität im Verhältnis zum Ertrag zu erreichen. Manche Leute gehen sogar so weit, dass sie die Nächte im Olivenhain verbringen und darauf warten, dass die Oliven ihnen sagen, wann der perfekte Zeitraum für die Ernte ist.

Olivenernte:

Die Ernte der Oliven besitzt eine gewisse Magie, die man nicht beschreiben kann. Man muss einfach dabei gewesen sein. Normalerweise steht man so ab Mitte Oktober morgens um 4 Uhr auf, packt Essen, Trinken und Werkzeuge ein und trifft sich bei den Olivenbäumen. Es gibt verschiedene Methoden, um die Oliven von den Bäumen zu ernten. Eine davon besteht darin, mit Hilfe von Maschinen den ganzen Baum kräftig zu schütteln, so dass die Oliven herunter fallen. Das wird jedoch nicht in Istrien gemacht, dort wird noch von Hand geerntet. Die gebräuchlichste Methode der Olivenernte in Istrien ist die mit einem speziellen Rechen. Mit diesem fährt man über die Äste und die Früchte fallen dann auf ein zuvor unter dem Baum ausgebreitetes Netz. So ernten auch wir jedes Jahr die Oliven. Bei einer andere Methode hängt man sich einen Korb oder Beutel um den Hals, klettert auf einer Leiter in den Olivenbaum und pflückt mit der Hand die reifen Früchte, die man dann in den Korb legt. Dabei achtet man darauf, die Früchte nicht zu verletzen, denn das wirkt sich schlecht auf die Qualität des Öls aus. Eine weitere Methode besteht darin, Zweige des Olivenbaumes abzusägen und dann die Früchte zu pflücken. Es ist zwar kaum zu glauben, aber mit dieser Art der Ernte erhöht man die Ausbeute in den nächsten Jahren.

Oliven

So verbringen Sie den ganzen Tag in der warmen Sonne bei der Olivenernte, füllen Korb um Korb und fragen sich, warum man das nicht zum Volkssport erklärt. Zum Mittag bereiten Sie für die ganze Mannschaft den Grill vor. Es werden ein paar Flaschen vom besten Wein der Welt geöffnet (der unweigerlich auch aus Istrien kommt und vermutlich in einem nahe gelegenen Weingut produziert wurde). Danach sind Sie wunderbar satt und von dem Wein wohl auch etwas betäubt. Doch das alles gibt Ihnen auch neuen Schwung und befördert Sie mit einem Tritt in den Arsch zurück zu den Olivenbäumen, wo Sie den Rest des Tages von Baum zu Baum klettern wie ein Affe, der hier seinen Urlaub verbringt. Es ist einfach wunderbar und Sie müssen so etwas unbedingt einmal erleben. Am Ende des Tages schmerzt zwar Ihr ganzer Körper, doch Sie gehen ins Bett mit dem Wunsch, diesen Tag in den Oliven ganz  stark festzuhalten und alles aus ihm heraus zu pressen.

Ein Tipp von mir: Denken Sie daran, ein älterer Baum liefert nicht unbedingt ein sehr gutes Quantität-Qualität-Verhältnis. Ältere Bäume haben nur alle paar Jahre einen hohen Ertrag und wenn man dieses Geschäft professionell betreibt, dann sollte man wissen, dass man sich darauf nicht unbedingt verlassen kann.

Istrisches und dalmatinisches Olivenöl:

Istrien und Dalmatien sind zwei unterschiedliche Regionen Kroatiens und so wie dort die Menschen verschieden sind, so sind es auch die Produkte. Beide Regionen sind für eine ausgezeichnete Küche bekannt, obwohl sie doch so verschieden sind. Das gleiche gilt für das Olivenöl.

Das fängt schon damit an, dass es für Istrien typisch ist, dass die Olivenbäume in Reihen und mit einem Abstand von perfekt 2 Metern zueinander in perfekter Harmonie stehen. In Dalmatien jedoch stehen die einzelnen Bäume verstreut auf dem harten Boden, in dem es nur sehr knappe Wasservorkommen gibt, die sie mit ihren Wurzeln zu erreichen versuchen. Deshalb haben die Menschen große Wasserreservoire bei den Olivenhainen gebaut. Doch das ist nicht überall möglich und so ist es in Dalmatien schwierig für die Olivenbäume, an genügend Wasser zu gelangen. Das ist auch der Grund dafür, dass man in Dalmatien zwar sehr viele Olivenbäume finden kann, aber im Verhältnis dazu nicht allzu viel Olivenöl produziert wird. Doch nicht nur die Bodenverhältnisse sorgen für den Unterschied von dalmatinischem Olivenöl zu dem aus Istrien. In Dalmatien wird das Öl auch durch ein anderes Pressverfahren gewonnen und deshalb schmeckt es etwas weniger bitter als das Olivenöl aus Istrien. Die Menschen in Istrien sagen, dass es dann auch nicht so “gesund” ist, und vielleicht haben sie ja damit sogar recht. Doch ein echter Dalmatiner wird ebenso seine Schwierigkeiten mit dem Olivenöl aus Istrien haben, denn ihm ist es einfach zu bitter. Es ist halt einfach eine Sache von Geschmack, Gewohnheit, Tradition, Kultur und vor allem eine Sache des Erntezeitpunktes und des Pressverfahrens.

Sie sehen, das Ziel der Dalmatiner ist es, möglichst viel Öl aus den Oliven zu gewinnen, während man in Istrien mehr auf Qualität als auf Quantität achtet. Auch hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Die Dalmatiner haben keine sehr großen Erntemengen an Oliven, so dass sie daraus möglichst viel Öl gewinnen müssen. Die Istrianer haben genug Oliven und können es sich dadurch erlauben, wählerisch zu sein, also eine bessere Qualität zu erzielen und trotzdem noch Öl in ausreichender Menge zu erwirtschaften.

Die Ölproduktion:

Nach der Ernte, die zwischen einer und zwei Wochen dauern kann, ist es Zeit für die Gewinnung des Öls.  Allerdings wartet man nicht zwei Wochen lang, bis alles abgeerntet ist, sondern es wird jeweils die tägliche Erntemenge zu einer nahe gelegenen Ölmühle gebracht, wenn nicht sogar eine gleich im Ort ist. Dort wird sie direkt verarbeitet, und zwar entweder mechanisch oder durch Extraktion. Die grün geernteten Oliven liefern ein frisches und leicht bitteres Öl, während die schwarzen und damit vollreifen Oliven zwar mehr Öl ergeben, doch ist dessen Qualität deutlich geringer. Aus diesem Grund benutzen wir auch die oben erwähnte Gauß-Kurve um den perfekten Erntetermin zu errechnen, der uns das beste Verhältnis von Menge und Qualität des Olivenöls garantiert.

Nachdem Sie die Oliven zur Ölmühle Ihrer Wahl transportiert haben, ist alles was von Ihrer Seite zu tun war getan. Das Öl wird entweder noch am selben Tag oder am nächstenTag gepresst, das ist abhängig von der Auslastung der Ölmühle.

Oliven-Oel-ProbierenIn der Ölmühle kommen die Oliven zuerst auf eine Art Förderband und werden von Ästchen und Blättern befreit. Anschließend werden sie zu einer Paste verarbeitet entweder durch Mahlsteine oder – im meinem Fall – durch  stählerne Walzen. Ich glaube nicht, dass man in Istrien noch Mahlsteine benutzt, doch in Dalmatien ist man noch nicht überall auf die Walzen zum Zerkleinern der Oliven umgestiegen. Bei Mahlsteinen besteht das Problem darin, dass der Prozess bis zu 40 Minuten dauern kann und dadurch das Risiko der Oxidation steigt, welche den Geschmack des Olivenöls beeinträchtigt. Doch wenn die Oliven nicht lange genug gemahlen werden, ist die Ausbeute geringer und das Öl hat einen unreifen Geschmack.

Sobald der Mahlvorgang abgeschlossen ist, wird die Paste auf Presskörbe gestrichen und diese übereinander gestapelt. Anschließend kommen diese  in die Presse, wo unter Druck das Öl aus der Paste gepresst wird. Wir pressen in der Regel unser Olivenöl kalt und gewinnen so das Native Olivenöl Extra. Kalt gepresst bedeutet, dass die Temperatur der Masse während des gesamten Produktionsprozesses nicht über 27 Grad liegen darf. Das garantiert, dass alle Aroma- und Inhaltsstoffe im Öl erhalten bleiben und das Öl eine gute Textur besitzt. Nachdem das Öl gepresst ist, enthält es immer noch eine gewisse Menge an Wasser, das entfernt werden muss, um das flüssige Gold zu erhalten, das Homer in seinen Werken beschreibt. Schon seit langer Zeit nutzen die Menschen für diesen Prozess die Schwerkraft, denn Öl setzt sich oben auf dem Wasser ab. Doch – vielleicht inspiriert von der Waschmaschine – ist dieser Prozess heute ersetzt worden durch Zentrifugen, welche bei hohen Umdrehungszahlen Öl und Wasser trennen, die jeweils aus getrennten Ausgängen abfließen. Je mehr Wasser das Öl noch enthält, desto schneller setzt nämlich der oxidative Prozess ein, das heißt, desto schneller wird es ranzig. Man sollte die Ölmühle also wirklich sehr sorgfältig wählen, denn vor allem in den kleineren Ölmühlen, die nicht über die modernste Technik verfügen, kann es vorkommen, dass die Trennung von Öl und Wasser nicht perfekt, was man daran erkennen kann, dass sich am Grund der Ölflasche ein Bodensatz aus organischen Teilen bildet.

Um natives Olivenöl zu gewinnen, dürfen die Oliven ausschließlich mechanisch verarbeitet werden. Das Native Olivenöl extra hat bestimmte sensorische und chemische Kriterien zu erfüllen (Geschmack, Geruch, einen niedrigen Gehalt an freien Fettsäuren).

Die übrig gebliebenen Paste (auch Trester genannt) kann, wie ich bereits erläutert habe, auch noch verwendet werden, denn sie enthält nach der Pressung immer noch eine kleine Menge an Öl, so um die 8 Prozent in der Regel. Allerdings kann dieser Rest in den Ölmühlen nicht mehr extrahiert werden und so geschieht das unter Verwendung von chemischen Lösungsmitteln in speziellen Anlagen. Das so gewonnene Öl ist das Oliventresteröl.

Ein Tipp von mir: Wenn Sie eine Flasche Olivenöl mit der Aufschrift “erste Pressung” sehen, müssen Sie wissen, das das eigentlich nichts bedeutet. Es gibt immer nur eine erste Pressung, denn eine zweite Pressung wird heute aufgrund der modernen Maschinen nicht mehr gemacht.

Qualitätsstufen bei Olivenöl:

Extra-natives Olivenöl erhält man ausschließlich durch die erste kalte Pressung der Oliven. Dieses Öl muss bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. So darf zum Beispiel der Säuregehalt nicht mehr als 0,8 % betragen.  Extra natives Olivenöl hat einen Anteil von 50 % der Produktion in den führenden Olivenöl produzierenden Ländern Spanien, Griechenland und Italien. Dieses Öl ist wunderbar geeignet für die Zubereitung von Dressings für Salate, für Suppen, für Dipps oder auch für mediterrane Eintöpfe. Die Verwendung von Olivenöl verlängert nachweislich das Leben, was hier in Kroatien jedes Kind weiß.

Auch natives Olivenöl gewinnt man aus der ersten kalten Pressung und es beinhaltet die gleichen Vitalstoffe wie das extra native Olivenöl, doch im Unterschied zu diesem beträgt der Säuregehalt nicht mehr als 2 %. Es ist ebenfalls hervorragend im Geschmack.

Reines Olivenöl – der Name ist etwas irreführend – ist ebenfalls eine Kategorie bei Olivenöl. Sie liegt eine Stufe unter der des nativen Olivenöls. Bei dieser Kategorie handelt es sich um eine Mischung aus nativem und raffiniertem Olivenöl. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl ist, desto intensiver ist es im Geschmack, doch ist der Anteil an diesem Öl aus wirtschaftlichen Gründen meistens niedrig.

Ich sprach ja vorher schon von Oliventrester-Öl. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus raffiniertem Olivenöl und nativem Olivenöl. Es wird industriell in großen Mengen gewonnen und ist zum Verzehr geeignet. Dieses Öl findet man in praktisch allen kroatischen Lebensmittelgeschäften unter den großen Marken der Lebensmittelindustrie. Doch legen diese Produzenten mehr Wert auf die Quantität als auf die Qualität des Öls, weshalb sein Geschmack in der Regel eher neutral ist. Zwar ist es bei den einheimischen Kennern von Olivenöl nicht besonders beliebt, doch gleichwohl enthält dieses Öl auch die gesunden Bestandteile von Olivenöl, die es so wertvoll für den Menschen machen. Man kann es auch sehr hoch erhitzen und deshalb wird es gerne in den Küchen der Restaurants benutzt.

Lampant-Öl ist ein Öl, das mit dem ursprünglichen Olivenöl kaum noch Ähnlichkeit besitzt. Es ist auch nicht zum Verzehr geeignet, sondern wird – wie sein Name ja schon vermuten lässt – als Lampenöl verwendet.

Raffiniertes Olivenöl ist ein Öl von geringerer Qualität. Es hat einen Säuregehalt von höchstens 0,3 Prozent, doch selbst das macht es nicht zu einem wirklich guten Öl. Auch der typischen Geruch und Geschmack von Olivenöl fehlen bei diesem Öl. Es sollte wirklich die letzte Wahl sein und Sie finden diese Öle fast immer in den unteren Regalen der Geschäfte. Bei seiner Gewinnung werden oft chemische Lösungsmittel verwendet.

Sorten von Olivenöl:

Ich erwähne hier diejenigen Sorten von Olivenöl, die spezifisch sind für die Region Istrien in Kroatien, von wo sowieso das beste Olivenöl des Landes kommt. Es handelt sich dabei um die Öle der Firma Olea BB (http://www.oleabb.hr/). Diese Firma gehört weltweit zu den besten Produzenten von Olivenöl und befindet sich in Istrien in Kroatien. Je nach Verwendung des Öls haben die folgenden Sorten meine Geschmacksnerven auf eine Weise begeistert, die wirklich sensationell ist.

olea_large

Leccino:

Diese robuste Olivensorte ist weltweit verbreitet und stammt ursprünglich aus der Toscana. Der Baum selbst ist  kräftig und trägt Früchte, die zwar schwarz-lila werden, doch der beste Erntezeitpunkt ist, wenn sie dunkelgrün sind. Nur bei der Verwendung als Tafeloliven findet man sowohl schwarze als auch noch grünliche Oliven. Der Geschmack des Öles aus dieser Olive ist frisch und leicht. Es ist von dunkelgrüner Farbe, leicht bitter und würzig, dazu kommt ein leichter Buttergeschmack. Seine große Milde macht es auch geeignet für die Zubereitung von Desserts.

Frantoio:

Mit seinem Duft erinnert es an Kräuter und Äpfel und der Geschmack nach Mandeln, sein würziger Unterton sowie die nur leichte Bitterkeit machen dieses Öl hervorragend geeignet für die Zubereitung einer breiten Palette von Gerichten. Es eignet sich für Fisch, Fleisch, Geflügel und passt ausgezeichnet zu den verschiedensten Salaten.

Ascolana Tenera:

Hierbei handelt es sich um eines der wertvollsten Olivenöle. Die Sorte findet man praktisch überall dort, wo Oliven angebaut werden. Der Baum ist sehr widerstandsfähig gegen niedrige Temperaturen und trägt reichlich Früchte, aus denen ein Öl mit wunderbar fruchtigem Geschmack gewonnen wird, das perfekt harmoniert mit Fisch, Fleisch, Pilzen, Nudeln und Gemüsen.

Buža:

Es handelt sich hierbei um eine der ältesten istrischen Sorten, aus denen eine Vielzahl von Olivenölen in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gewonnen wird. Sein Duft erinnert an Artischocken, würzige Kräuter und Äpfel. Hinzu kommt eine gewisse Bitterkeit und leichte Schärfe. Dadurch passt es wunderbar zu Thunfisch, Lachs und zu Sushi.

Rosulja:

Das Öl ist grün-golden und besitzt ein intensives und fruchtiges Aroma mit einem leichten Geschmack nach Oliven. Am Anfang besitzt es eine leichte Bitterkeit und Würze, die dann in einen kräftigen Pfefferonigeschmack über geht. Dieses Öl passt sehr gut zu Geflügel, rotem Fleisch und Pilzgerichten. Auch zu reifen Käsesorten und Nudelgerichten ist es perfekt.

Vodnjanska Crnica:

Eine alte istrische Sorte von außergewöhnlich hoher Qualität. Im Geschmack ist es sehr mild und würzig und dennoch auch fruchtig. Dieses Öl ist hervorragend geeignet für alle Fischgerichte und auch Tintenfische sowie Meeresfrüchte aller Art. Sein unaufdringlicher Geschmack in Kombination mit Zitrusfrüchten, Honig und auch Pfeffer macht es zur perfekten Zutat für Glasuren, die man zum Beispiel über eine Käsetorte gibt.

Cipressino:

Dieses Öl ist eine absolute Neuheit auf dem kroatischen Markt. Seine Farbe ist grün mit goldgelben Reflexen und sein Geschmack fruchtig und intensiv mit einem Hauch von Mandeln, getrockneten Tomaten und der perfekten Balance von Bitterkeit und Würze. Besonders geeignet ist dieses Öl für rohe und gegrillte Gemüse, Fisch und leichte Suppen. Auch Obstkuchen mit Zitrusfrüchten oder Ananas gewinnen sehr an Raffinesse durch das Beträufeln mit diesem Olivenöl.

Olivenöl in Kombination mit Lebensmitteln

Olivenoel-in-flascheDie Menschen in den Länder rund um das Mittelmeer gelten als die größten Verbraucher von Olivenöl. So werden zum Beispiel in Griechenland monatlich 2 Liter Olivenöl pro Person verbraucht – das ist ohne Übertreibung ein Spitzenplatz. Der Geschmack des Olivenöls ist ganz entscheidend davon abhängig, wie Sie es verwenden. Bei Salaten, Dipps und kalten Gerichten bleibt er in seiner Ursprünglichkeit am besten erhalten. Durch starkes Erhitzen kann sich der Geschmack stark verändern und an Intensität sehr verlieren. Grundsätzlich gilt: Je höher Sie das Öl beim Zubereiten eines Gerichtes erhitzen, desto raffinierter sollte es sein. Wenn Sie extra natives Olivenöl auf mehr als 170 Grad erhitzen, verbrennen die nicht raffinierten Anteile, was zu einem negativen Geschmack des Öles führt.

Die Auswahl des richtigen Olivenöles ist eine Aufgabe für alle Ihre Sinne. Man könnte sie mit einer Weinprobe vergleichen, denn die Öle unterscheiden sich auf die unterschiedlichste Art und Weise voneinander. Die Kunst besteht darin, zu wissen, welches Olivenöl zu einem bestimmten Lebensmittel oder auch Getränk am besten passt. Wenn Sie zum Beispiel bei Wein mehr die tanninreichen lieben, dann ist auch ein eher bitteres Olivenöl für Sie das richtige. Darüber hinaus spielt auch noch die Frische des Öles eine bedeutende Rolle. Ein Öl, welches gerade einmal vor einem Tag gepresst wurde unterscheidet sich sehr von einem Öl, welches bereits ein Jahr alt ist. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Auch ein Olivenöl, das ein Jahr alt und von sehr guter Qualität ist, schmeckt immer noch sehr gut, doch es ist nicht mehr eine so große Herausforderung für Ihren Gaumen, wie es ein frisches und junges Olivenöl ist.

Medizinische Verwendung:

Hier kommen wir zum Ende unserer Geschichte über das Olivenöl. Dieses Öl besitzt eine große Zahl an Antioxidantien, wie sie nur das Olivenöl hat. Der Verzehr von Olivenöl hat  eine schützende Wirkung auf die Verdauungsorgane und reduziert das Risiko, an bösartigen Tumoren wie Brust- und Prostatakrebs zu erkranken. Auch Herzerkrankungen reduziert der regelmäßige Verzehr von Olivenöl, denn es gilt als erwiesen, dass koronare Herzerkrankungen durch seine reichlich vorhandenen gesättigten Fettsäuren reduziert werden. Olivenöl stärkt die Produktion des guten Cholesterins (HDL), während es gleichzeitig die Senkung des schlechten Cholesterins (LDL) bewirkt.

Je nachdem, wie das Olivenöl verwendet wird, hat es auch eine mild abführende Wirkung und hilft vorbeugend gegen Magengeschwüre und Magenkrebs. Erst vor kurzem konnte nachgewiesen werden, das die antioxidativen Bestandteile des Olivenöls die DNA schützen und somit letztlich auch dabei helfen, Krebserkrankungen zu verhindern.

Danke an Moreno für diesen Einblick in der Welt des Olivenöls

Tags:

Leave a comment!

Fügen Sie Ihren Kommentar unten, oder trackback von der eigenen Seite. Sie können auch Comments Feed via RSS.

Seien Sie nett. Halten Sie es sauber. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

Sie können diese Tags verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

Dies ist ein Gravatar-enabled weblog ist. Um Ihre eigene weltweit anerkannte bekommen-Avatar, registrieren Sie sich bitte an Gravatar.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.