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Insel Cres

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Im nordwestlichen Teil der kroatischen Adria liegt die lange und bis zu 11 Kilometer breite Insel Cres. Von der Ferne aus gesehen, zeigt sie sich als eine zerklüftete Kette von Hügeln und auch wer diese Insel bereist, findet sie oft kahl. Das liegt auch daran, dass die Insel Cres durch ihre Lage in Nord-Süd-Richtung die kalten Winde der vom Festland her blasenden Bura ungeschützt über sich hinweg fegen lassen muss. So gibt es vor allem niedrig wachsende Macchia im Westteil der Insel und erst auf der östlichen Seite von Cres findet man dann Laubbäume.

Stadt Cres

Eine Straße führt von Norden nach Süden, wo eine Drehbrücke die Insel mit der Insel Losinj verbindet. In der Antike waren die beiden Inseln durch einen 11 Meter breiten Kanal voneinander getrennt, den die Illyrer oder die Römer – da ist man sich nicht sicher – gebaut haben. Ungefähr in der Inselmitte liegt der Vraner See. Er hat eine Oberfläche von 57 km². Baden und Angeln sind im See verboten, denn seit 1953 kommt von hier das Trinkwasser für den Ort Cres und auch für die Städte auf der Nachbarinsel Losinj. Die Wasseroberfläche dieses Sees liegt 13 Meter über dem Meeresspiegel, der Grund 75 Meter unter dem Meeresspiegel.

Ankunft Cres

Vom Fährhafen Porozina aus erreicht man in etwa zehn Minuten mit dem Auto Krizic, ein Eisenkreuz, der am höchsten Punkt der Straße steht. Ein fantastischer Rundblick über die Insel bietet sich von hier aus. Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Beli, das eindrucksvoll auf einem Felsen thront. Dies ist der einzige Ort an der Ostküste von Cres. Man gelangt durch herrliche Wälder aus Steineichen dorthin und hat unterwegs immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Meer, das tief unten liegt. Bereits vor 4000 Jahren lebten hier Menschen in einer Ringburg. Die Römer bauten eine Straße, an die heute noch eine Brücke über das Tal erinnert. Kurz vor dem Ort Beli befindet sich das Eko-Centar „Caput Insula“. Hier kann man sich über die Natur von Cres informieren und vor allem über den Gänsegeier, einen großen Vogel mit einer Flügelspannweite von bis zu 3 Metern. An der steilen Küste unterhalb von Beli nisten einige der unter strengem Schutz stehenden Tiere.

Vielen Touristen aus Deutschland ist der kleine Ort Valun bekannt durch die Fernsehserie „Der Sonne entgegen“. In dem autofreien Fischerstädtchen mit seinen alten Gebäuden scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und nur am Rand gibt es einige Neubauten. Im Inneren der kleinen Kirche, die im Zentrum des Ortes steht, befindet sich die berühmte „Tafel von Valun“. Sie enthält eine Inschrift in lateinischer und glagolitischer Schrift aus dem 11./12. Jahrhundert. Die erste Zeile ist in der glagolitischen Schrift und der Rest des Textes in lateinischer Schrift geschrieben. In die Wand der Sakristei eingelassen, gilt diese Tafel als das älteste Denkmal kroatischer Schriftsprache. Man hat die Tafel zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kapelle Sv. Marko im verlassenen Dorf Bucev entdeckt und es ist nicht klar, ob es sich um eine Grabplatte oder eine Tafel zur Erinnerung an die Spender der Kapelle handelt.

Strand Cres

Valun mit seinen malerischen Gassen und Gärten voller Blumen, seiner Uferpromenade mit hübschen Konobas, von denen aus man den Männern zusehen kann, die im Hafen ihre Fischernetze ausbessern, ist ein sehr idyllischer Ort, dessen Ruhe nicht vom Lärm der Autos gestört wird, denn die Autos müssen oberhalb von Valun auf einem großen Parkplatz abgestellt werden. Einen Besuch wert ist vor allem die Konoba Tos Juna (Alte Mühle), die im Schatten eines großen Baumes liegt. An den Wänden ihrer Terrasse sind sehr gute Reproduktionen der Tafel von Valun, der Tafeln von Baska und von Senj, ein Relief des Hl. Martin aus Senj, Inschriften aus Krk und Osor und einige weitere Fragmente zu bewundern. Im Inneren der Konoba kann man gut essen und dabei die mehr als 200 Jahre alten Mahlsteine bewundern. Es gibt Käse und Schinken, Fisch- und Fleischgerichte und hausgemachten Wein. Direkt am Hafen liegt die Gostionica Palac mit ihrer überdachten Terrasse.

Wer Baden möchte, findet Plätze mit feinem Kies, stille Buchten für FKK-Freunde und auch Taxiboote bringen Sie auch zu entlegenen Buchten. Es gibt einen Verleih für Kajaks und Tretboote, einen kleinen Obst- und Gemüsemarkt, ein Zeitungskiosk und einen Mini-Markt für die Dinge des täglichen Bedarfs.

Ferienwohnungen auf der Insel Cres werden in allen Orten vor allem von privaten Vermietern angeboten. Hotels gibt es in den größeren Orten wie zum Beispiel in der Stadt Cres, aber auch in dem kleinen Ort Beli das Tramontana. Etwas außerhalb der Stadt Cres und bei Martinscica findet man Campingplätze, die direkt am Meer liegen.

Cres Zentrum

Etwa 6 Kilometer südlich von Valun sitzt hoch über dem Meer auf einem felsigen Plateau das 3500 Jahre alte Piratennest Lubenice. Man erreicht es mit dem Auto über eine schmale asphaltierte Straße. Eng aneinander geschmiegt sind die Häuser aus Naturstein und nur noch wenige, meistens alte Menschen, leben hier. Sie leben anspruchslos von etwas Landwirtschaft und Weinbau. Der großartige Blick über das blaue Meer, das tief unten von einer hübschen Badebucht gesäumt wird, belohnt ebenfalls eine Fahrt nach Lubenice. Im Ort gibt es drei kleine Konobas, in denen man guten Schinken und Käse essen kann.

Wer seinen Urlaub auf der Insel Cres verbringt, darf einen Besuch im Hauptort der Insel, dem gleichnamigen Cres, nicht versäumen. Umgeben von den für die Insel typischen terrassenförmigen Gärten, die durch Trockenmauern aus Stein eingefasst sind, und von silbern schimmernden Olivenhainen, schmiegt sich der Ort in eine Bucht auf der südlichen Seite der Insel. Die malerische Altstadt mit ihren gotischen Gassen war einmal umschlossen von einer Stadtmauer aus der Zeit der Venezianer. Teile davon und die Stadttore sind heute noch gut erhalten. Der alte Hafen von Cres wird gesäumt von hübschen Häusern, in denen man Cafes und Restaurants entdecken kann. In der Loggia findet vormittags ein Obst- und Gemüsemarkt statt, auf dem auch Olivenöl, Honig und Käse aus eigener Produktion von den Bäuerinnen verkauft werden.

Geht man durch das Stadttor aus dem Jahre 1552 mit seinem prachtvollen Uhrturm, so sieht man vor sich den Dom Sv. Marija Snjezna, der im 15. Jahrhundert erbaut worden ist und einen Kirchturm aus dem 18. Jahrhundert hat. Auf seinem Portal gibt es eine Lünette mit der Muttergottes mit Kind und den Erzengel Gabriel bei der Verkündigung. Auf dem Hauptaltar im Inneren der Kirche findet sich eine Darstellung der Legende vom „Schnee im Sommer“.

In der Altstadt von Cres gibt es zahlreiche prachtvolle Renaissancepaläste der reichen venezianischen Familien, die hier gelebt haben. Im Arsan-Petris-Palazzo aus dem 15. Jahrhundert befindet sich das Stadtmuseum mit seiner Sammlung von Amphoren, die von einem Schiff stammen, das im 2. Jahrhundert vor Cres gesunken ist. Im ersten Stock des Museums gibt es eine ethnographische Ausstellung. Geht man über die Straße am Ufer zur Marina, so erreicht man das Franziskanerkloster aus dem 14. Jahrhundert. Hier kann man auch übernachten. An der Kirche des Klosters sind die steinernen Köpfe auffallend. Die an der Süd- und Westseite angebrachten mit ihrem mürrischen Ausdruck stehen für die kalten Winde Siroko und Grbin während die freundlichen Gesichter an der Ost- und Nordseite für die Winde Tramuntana und Bura stehen.

Cres Altstadt

Im Ort gibt es zahlreiche Restaurants, wie zum Beispiel das kleine Lokal Bon gusto mit Pizza, Gemüse und Fleischgerichten aus dem Holzofen oder das Belona, in dem gebratene Tintenfische, Risotto oder Brancin mit Kartoffeln auf der Speisekarte stehen. Das Caruso mit leckeren Steaks oder die Konoba Bonaca liegen ebenfalls in der Altstadt von Cres.

Sie sehen, diese Insel bietet alles für einen abwechslungsreichen Urlaub: Atemberaubende Aussichten, unvergessliche und abwechslungsreiche Landschaften, reiche Geschichte in größeren und kleineren Orten und herrliche Badebuchten sorgen dafür, dass sich der Besucher auf dieser westlichsten Insel der Kvarner Bucht bestimmt vornimmt, bald wieder hierher zu kommen.

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